Die Frage kommt bei uns fast täglich am Telefon: Lohnt sich eine Photovoltaikanlage überhaupt noch, wo die Einspeisevergütung doch immer weiter sinkt? Die kurze Antwort: ja – aber aus einem anderen Grund als vor zehn Jahren. Früher war PV ein Renditeobjekt fürs Einspeisen. Heute rechnet sie sich über den Strom, den du selbst verbrauchst.
Warum sich die Rechnung komplett gedreht hat
Vergleich die beiden Seiten: Für jede Kilowattstunde, die du ins Netz einspeist, bekommst du eine gesetzlich festgelegte Vergütung – ein paar Cent. Für jede Kilowattstunde, die du aus dem Netz kaufst, zahlst du ein Vielfaches davon. Der Abstand zwischen diesen beiden Zahlen ist dein eigentlicher Gewinn.
Das heißt: Nicht die größtmögliche Anlage ist die beste, sondern die, die zu deinem Verbrauch passt. Genau deshalb steht bei uns vor jedem Angebot die Frage, wie viel Strom du wann brauchst – und nicht die Frage, wie viele Module auf dein Dach passen.
Was eine Anlage 2026 kostet
Richtwerte für ein schlüsselfertiges Projekt im Saarland, inklusive Montage, Gerüst, Zählerschrank-Anpassung und Anmeldung:
- 5 kWp – etwa 9.000 bis 11.000 €, mit Speicher rund 13.000 bis 16.000 €
- 10 kWp – etwa 14.000 bis 17.000 €, mit Speicher rund 18.000 bis 22.000 €
- 15 kWp – etwa 19.000 bis 23.000 €, mit Speicher rund 24.000 bis 29.000 €
Ein wichtiger Punkt, den viele nicht auf dem Schirm haben: Auf private Photovoltaikanlagen fällt keine Mehrwertsteuer an. Das ist kein Rabatt vom Installateur, sondern der gesetzliche Nullsteuersatz – er gilt für Anlage, Speicher und Montage gleichermaßen.
Wann sich die Anlage bezahlt gemacht hat
Für ein typisches Einfamilienhaus im Saarland rechnen wir mit einer Amortisation von 8 bis 12 Jahren. Bei einer Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren arbeitet die Anlage danach also noch mindestens 15 Jahre für dich.
Drei Stellschrauben entscheiden, ob du am unteren oder oberen Ende dieser Spanne landest:
- Dein Eigenverbrauchsanteil. Ohne Speicher liegt er meist bei 30 bis 40 %, mit passend ausgelegtem Stromspeicher bei 70 bis 80 %.
- Dein Verbrauchsprofil. Homeoffice, Wärmepumpe oder E-Auto verschieben Verbrauch in die Sonnenstunden – das erhöht den Eigenverbrauch, ohne dass du etwas dafür tun musst.
- Die Auslegung. Eine zu große Anlage ohne Abnehmer speist teuer produzierten Strom billig ein. Eine zu kleine verschenkt Dachfläche.
Der hartnäckigste Irrtum: „Mein Dach zeigt nicht nach Süden"
Süddächer liefern den höchsten Jahresertrag – das stimmt. Trotzdem sind Ost-West-Dächer heute oft die wirtschaftlichere Wahl. Der Grund: Sie liefern morgens und abends Strom, also genau dann, wenn im Haushalt tatsächlich Verbrauch anfällt. Die Mittagsspitze eines Süddachs geht dagegen häufig ungenutzt ins Netz.
Auch Verschattung ist selten ein K.-o.-Kriterium. Mit Modul-Optimierern lässt sich ein einzelner Schornstein oder Baum meist gut abfangen. Was wirklich zählt, prüfen wir beim Vor-Ort-Termin: Dachdeckung, Sparrenabstand, Statik, Zählerschrank und der Weg für die Leitungen.
Was du vor der Unterschrift wissen solltest
Ein seriöses Angebot enthält nicht nur einen Preis, sondern eine Wirtschaftlichkeitsrechnung auf Basis deines Verbrauchs. Achte auf diese Punkte:
- Sind Gerüst, Zählerschrank und Anmeldung enthalten – oder tauchen die später als Nachtrag auf?
- Welche Module und welcher Wechselrichter? Marke und Garantiezeiten gehören ins Angebot, nicht „hochwertige Komponenten".
- Wer meldet beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister an?
- Wird mit realistischen Strompreissteigerungen gerechnet – oder mit Fantasiewerten, die die Amortisation schönrechnen?
Fazit
Photovoltaik ist 2026 kein Renditeprodukt mehr, sondern eine Absicherung gegen steigende Strompreise – und in dieser Rolle ist sie stärker denn je. Wer seine Anlage auf den eigenen Verbrauch auslegt statt auf die maximale Dachfläche, liegt bei der Amortisation zuverlässig im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Jahresbereich.
Hinweis: Förderprogramme, Zinsen und Strompreise ändern sich laufend. Die Angaben hier sind Orientierungswerte zum Stand des Beitrags – deinen konkreten Fall rechnen wir im kostenlosen Beratungsgespräch durch.
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